Axel Moderator

    
Anmeldungsdatum: 11 Sep 2004 Beiträge: 9863
 Alter: 56

Wohnort: D-14612 Falkensee
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| Technik / Wasserpflege |
Verfasst am: 24.10.2007, 13:00 |
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In diesem Beitrag wird eine kurze Übersicht zu den verschiedenen manuellen, halb-, und vollautomatischen Dosiermöglichkeiten und Dosieranlagen ( Systemen ) gegeben.
Diese soll die Entscheidungsfindung zu einer Möglichkeit oder einem System erleichtern.
Noch eine Anmerkung vorab.
Bei allen Dosiermethoden sollte eine kontinuierliche Messung der Konzentration der Wasserpflegemittel im Schwimmbadwasser erfolgen. Das verhindert Unter -, oder Überdosierungen.
Bei UV-C Licht und Ozon ist so keine Messung möglich.
manuelle Messgeräte
- Messtreifen eignen sich zur schnellen GROBEN Bestimmung von Meßwerten.
Es gibt unterschiedliche Qualitäten, die nur bedingt auf den ersten Blick unterscheidbar sind.
- Schnelltest - Mehrkammertester ( DPD - Tester ) diese Geräte haben eine, zwei oder drei Wasserkammer in die eine entsprechende Testtablette gegeben wird. Nach Auflösung dieser verfärbt sich das Wasser.
Neben der Wasserkammer ist eine Reihe von Referenzfarben mit dazugehörenden Zahlenwerten angebracht.
Im direkten Vergleich der Farben lässt sich der jeweilige Chlor ( freies oder Gesamtchlor ), oder Ph, oder Sauerstoff, oder Brom, oder Cynsäure, oder .... relativ genau ablesen.
Zu beachten ist nur, das es verschiedene Anbieter der Testtabletten gibt.
Eine Kontinuierliche Qualität erhalten sie bei den in Aluminium eingepackten, seitlich aufreißbarenTabletten.
Die Nachahmungen werden in Durchdrückblistern angeboten.
Diese schnell löslichen Tabletten haben auf der Verpackung eine grüne Aufschrift.
Hier brauch nicht auf leichte Trübungsbeeinflussung Rücksicht genommen werden,
es geht um die schnelle Messung der Werte.
Die langsam löslichen Tabletten haben eine schwarze Aufschrift und sind für Photometer zu verwenden, da hier bei der Auflösung keine Trübstoffe ins Wasser gelangen dürfen ( Messabweichung ).
Es gibt vergleichbare Tester die mit Indikatorlösungen arbeiten.
Die Genauigkeit ist wie bei den DPD Testern ( mit den Originaltabletten ) gut.
- Photometer diese arbeiten ebenfalls mit Indikatortabletten ( langsam lösliche ) die dem Wasser zugegeben werden. Die elektronische Messung der Farbveränderung wird in einem Zahlenwert auf einem Display angezeigt.
Die Messgenauigkeit ist sehr hoch.
Grundtypen von manuellen-, und halbautomatischen Dosiersystemen
Im Zusammenhang ist der Beitrag "Grundlagen Wasserpflege" von Metzi zu beachten !
- Skimmer ( ph; Cl; Br; O2; Flockmittel )
- Dosierschwimmer ( Cl; Br; O2 )
- Bypassdosierer ( Cl; Br; O2 )
In der Schwimmbadwasserpflege gibt es 3 verschiedene " Zustände" von Chemiekalien im Angebot.
Granulate, Langzeittabletten, Flüssigprodukte.
Skimmer
Granulate werden vorzugsweise über den Skimmer dem Schwimmbadwasser zugegeben. Es erfolgt eine schnelle Auflösung der Granulate und eine fast sofortige Durchmischung mit dem vorhandenen Wasser im Schwimmbecken.
Langzeittabs können auch in den Skimmer gelegt werden. Dieses ist vorteilhafter als die Verwendung der Schwimmbodierer ( siehe unten ).
Nachteil : Periodische händische Kontrolle der Wasserwerte, bei Langzeittabs ist häufiges Reinigen / Säubern des Skimmersiebkorbes notwendig.
Dosierschwimmer
Langzeittabletten werden mittels Dosierschwimmer ins Schwimmbeckenwasser gegeben.
Durch das öffnen / schließen der Öffnungen im Unterteil des Dosierschwimmers wird die Zugabemenge reguliert.
Nachteil : Die Dosierung ist relativ ungenau und es erfolgt ein höherer Eintrag von Stabilisatoren ( Cyanursäure ).
Der Dosierschwimmer stört beim benutzen des Schwimmbeckens.
Nach dem Anbinden an der Leiter werden bestimmte Bodenbereiche chemisch
stark beansprucht ( Folie wird weiß ).
Wegen der vielen offensichtlichen Nachteile sind die Dosierschwimmer nur dort sinnvoll wo kein Skimmer vorhanden ist.
Bypassdosierer
In einem Behälter werden Chlor-, oder Bromprodukte eingefüllt. Der Behälter ist mit dem Schwimmbecken-
wassersystem über manuell regelbare Vorrichtungen, meist Kugelhähne, verbunden.
Durch das händische Öffnen oder Schließen wird die Chemikalienmenge reguliert.
Nachteil : Die Dosierung ist relativ ungenau.
Grundtypen von vollautomatischen Dosiersystemen / Desinfektionssystemen
- Dosieranlagen ( ph; Cl; Br; O2 )
- Salzelektrolyseanlagen
- UV-C Licht
- Ozonanlagen
Dosieranlagen
Diese gibt es in verschiedenen Ausführungen / Kombinationen.
Als reine ph minus Regulierung,
als ph minus / Cl; ph minus / Sauerstoff; ph minus / Br Regulierung.
Zusätzlich können noch Flockmittel zugegeben werden.
Natürlich werden diese Anlagen von einigen Herstellern komplett vormontiert angeboten.
Bei Eigenbauvarianten sollten die Dosierpumpen nicht zu groß gewählt werden, da schnell eine Überdosierung erreicht wird. Dieses ist durch die Trägheit des Wasserkreislaufes bedingt.
Propotrional dosierende Geräte anstatt ON / OFF Geräte verwenden.
Grundsätzlich arbeiten alle Anlagen nach dem selben Prinzip.
Der aktuelle Zustand des zu kontrollierenden Wasserwertes wird über entsprechende Meßsonde ermittelt. Diese Werte werden mittels einer Elektronik einem ein-, oder vorgegebenen Sollwert zugeordnet und dann über die jeweiligen Pumpen reguliert.
Die Pumpen sind in der Regel Schlauch -, oder Membranpumpen mit einer Förderleistung von bis zu 4 Ltr./h .
( Schlauchpumpen sind leiser, aber anfälliger als Membranpumpen. )
Ausnahme bildet zu Zugabe von Brom.
Bromprodukte ( Tabletten / Sticks ) werden in einem separaten Behälter ( Bromschleuse ) aufgelöst und über ein mit einem Magnetventil versehenen Bypass bedarfsgerecht zudosiert. Dieses Magnetventil wird auch über die vorhandene Elektronik angesteuert.
Nachteil : Die Anlagen sind relativ Pflege-, Arbeitsaufwändig.
Achten sie darauf, das ihnen eine ausführliche Bedienungsanleitung ausgehändigt wird !
Wenn sie nicht selber die periodischen Eichungen der Meßsonden vornehmen möchten, wird ihnen der jeweilige Service des Fachhändlers diese Arbeit abnehmen.
Gleiches giltet für den jährlichen Austausch der Meßsonden.
Die notwendigen Chemikalien ( Vorzugsweise vom Originalhersteller ) gibt es natürlich flüssig in 20 bis 35 kg Behältern.
Salz-Elektrolyseanlagen
Natriumchlorid ( Salz ) wird ins Schwimmbadwasser gegeben ( 0,3 - 3,5 % ). Dieses lößt sich auf und gelangt über die Filteranlage zur Salz - Elektrolyseanlage. Die dort anliegende Gleichspannung ( < 7,5 V ) verbindet die Ionen ( Na+ ; Cl ; OH- und H+ ) zu Natriumhydrochlorid ( NaOCl ), das bei Kontakt mit Wasser eine unterchlorige Säure ( HClO ) und Natron ergibt.
Die vorhandene Salzmenge bleibt im Wasser erhalten.
UV-C Licht
Die Entkeimung mit UV-C Licht ( Wellenlänge 254 Nanometer ) wird in vielen Bereichen angewendet. Das reicht von Trinkwasserentkeimung bis zu sensiblen Bereichen von Krankenhäusern.
UV-C Licht schädigt die DNS irreversibel ! Alle Keime werden dadurch abgetötet - auch Legionellen und Cryptoyporidium Bakterien ( diese sind resistent gegen Chlor-Bleichlauge ) .
Achtung Auch der Menschliche Körper ( Augen, Haut ) wird durch dieses intensive UV-C Licht geschädigt
Die vom Schwimmbadfachhandel ( und nur diese !) angebotenen Anlagen werden in den Wasserkreislauf des Filtersystems ( nach dem Filtern ) eingebaut. Bitte achten sie darauf, das genügend Platz zum Wechseln des UV-C Brenners vorhanden ist.
Dieses wechseln muss z.Zt. nach ca. 9000 Betriebsstunden erfolgen.
Die UV-C Lichtanlage hat ( sollte ) einen eingebauten Betriebsstundenzähler haben.
Die Anlage arbeitet nur, wenn die Filteranlage läuft, heißt die Stromabnahme / abgabe darf nur an Filteranlage und UV-C Lichanlage erfolgen.
Die UV-C Lichtanlagen sind nach der maximalen Wasserdurchflussmenge ausgelegt
Nicht nach Beckenvolumen
Die kleinsten angebotenen Anlagen von bis 10 m³/h bis zu den größten mit bis zu 200 m³/h.
Nachteil : Es werden nur die durchgeleiteten Keime vernichtet.
Längere Filterlaufzeit als beim zweimaligen Umwälzen des Beckeninhaltes notwendig.
Ozonanlagen
Ozon ist das stärkste uns bisher bekannte Desinfektionsmittel !!
Ozonanlagen gewinnen das Ozon ( drei Sauerstoffatome ) aus der Umgebungsluft.
Die Luft wird getrocknet und mit mehreren 1000 V Wechselspannung zu Ozon umgewandelt.
Nach der Ozonerzeugung muss eine Verweilzeit von ca. 3 min. im Wasser in der Anlage erreicht werden.
Die Ozonkonzentration beträgt zwischen 0,5 - 1 mg/l.
Einige Ozonanlagen werden ohne weitere Desinfktionsmittel mit Depotwirkung ausgestattet / ausgeliefert, andere wieder mit. Diese heißen dann Chlorozon-, oder Bromozonanlagen. Also eine Kombination aus rein Ozon und Dosieranlage ( siehe oben ).
Die Ozonanlage sind für Schwimmbecken von 10 m³ bis 80 m³ ausgelegt. ( In Sonderfällen natürlich auch größer )
Es werden auch Ozonanlagen für Whirlpools angeboten.
Nachteil : Ozon hat keine Depotwirkung.
Längere Filterlaufzeiten als beim zweimaligen Umwälzen des Beckeninhaltes notwendig.
Es gibt an Hand dieser Aufstellung nicht d a s ultimative Wasserpflegesystem, bzw die ultimative Anlage.
Wie, womit oder wodurch sie jeweils ihr Schwimmbadwasser " pflegen " ist letztendlich ihren Prämissen unterzuordnen.
Mitgewirkt haben Ulli, Metzi und Herbert
Vielen Dank.
Für Erweiterungen sind noch einige tausend Zeichen Platz.
Zuletzt bearbeitet von Metzi am 3.5.2008, 09:33, insgesamt 3 Male bearbeitet Zuletzt bearbeitet von Axel am 18.3.2008, 17:29, insgesamt 28 Male bearbeitet |
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